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Der Sound der Second Skin Revolution | VinoKilo x VisionIstas

Posted by Vino Kilo on

With the facts that we successfully helped 100 tonnes of clothes to find their new masters and VinoKilo's 3rd Anniversary just happened, we are happy to invite our friends to share their vision of sustainable fashion and VinoKilo's impact. This time, we have VisionIstas with us.

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VinoKilo x VisionIstas

Der Sound der Second Skin Revolution


Als Robin mir erzählte, dass VinoKilo seit der Gründung im März 2016 100 Tonnen Vintage in ein weiteres Leben brachte, lief im Hintergrund Techno. Passende 128 bpm zu einem Gespräch, das eher eine Reise war. Eine Reise durch die Welt. Und ihrer Mode. 

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Bunt, vielseitig, inspirierend, allgegenwärtig. Anstrengend, kontrovers, kostspielig, billig, wunderschön und ebenso dirty. Mode ist zweite Haut, Teil des Soundtracks unseres Lebens. Als internationaler Main Act, der den Takt bestimmt oder als virtuoser Nischenkünstler mit eigenem Klang Mode ist wie Musik. Sie verbindet viele und vieles.

 

Paris, New York, Mailand, Shanghai, London, Berlin. Catwalk-Glamour, Street Styles, Influencer-Stories, One-Off-Spektakel und Show-Off. Ein Glamour-Kosmos mit Stars und Satelliten. Vieles davon ist so real wie ein Unicorn in der U-Bahn. Und doch ist Mode ein großer Teil der Wirklichkeit. Wie es um den Zustand der Welt steht, dürfte mittlerweile überall angekommen sein. Ein globales Abriss-Event auf Speed, bei dem das Fundament des Lebens in Schutt und Asche gelegt wird. Eine finale Aftershow-Party, bei der Mode nicht fehlen darf. Und die Großen der Branche liefern dazu eine besondere Droge für den mehr oder weniger stilvollen Tanz in den Abgrund: Fast Fashion.


Giga-Dealer wie H&M, Inditex, Amazon oder Primark kreierten die Business-Formel für eine Substanz, die sich überall billig produzieren, verkaufen, an die jeweiligen Märkte anpassen lässt. Fast Fashion sorgt seit Jahrzehnten für fantastische Gewinne. Fast Fashion definierte den Beat der Mode neu, machte Handwerkskunst zu einer Wegwerfware und Generationen zu Fashion-Junkies. Shopping wird als Event verkauft, jedes neue It-Piece ein neuer Kick, bhängigkeit als Teil der Kalkulation. Breaking Bad von Super Sale bis Black Friday. Das Belohnungszentrum im limbischen System unseres Gehirns springt darauf an, sorgt für Euphorie, will mehr davon. Fast Fashion ist wie Fast Food. Macht nur kurz satt und schmeckt überall gleich. Und ist dennoch ein Rausch, dem man sich nur schwer entziehen kann. Allein jeder Deutsche kauft etwa 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr und trägt sie immer kürzere Zeit. so eine Studie des Beratungsunternehmens McKinsey & Company. 

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Mit Mode lässt sich überall auf der Welt Geld verdienen. Doch Fast Fashion ist ein Milliarden-Club, der wenig für andere übrig lässt. Mit ihrem Fashion-Follower-Ansatz übernehmen eine Handvoll Konzerne die Ideen zahlreicher Designer, die en vogue sind, machen daraus in kürzester Zeit eigene Kollektionen und werfen sie auf den Markt. Hersteller qualitativ hochwertigerer und teurerer Mode brauchen dafür häufig fast doppelt so lange. Viele gute Brands sind daran gestorben. 


Nach vielen hochprofitablen Jahren auf Fast Fashion-Speed hat es nun die Dealer selbst erwischt. Beim Blick in die Bilanzen erleben sie ihren ersten Horrortrip. Die Gewinn- und Umsatzkurven sind aus der Form geraten. Hunderttausende Klamotten bleiben in den Lagern liegen, kriegen noch eine letzte 70-Prozent-Reduzierung-Chance oder werden vernichtet. Die Fast-Fashion-Konzerne brauchen keine Shit Storms. Sie bashen sich selbst. Die berauschende Wirkung ihrer Droge lässt bei den Konsumenten nach und selbst härteste Junkies haben langsam so ihre Zweifel. Die gefährlichen Risiken und Nebenwirkungen sind angekommen. In den Ländern der Käufer und in den Regionen, wo die Billig-Mode produziert wird.

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Wer immer noch hofft, dass das 4,99-Euro-Basic-T-Shirt auch das nächste Waschprogramm im Best Fit überlebt, kann sich währenddessen etwa Andrew Morgans Dokumentarfilm „The True Cost“ anschauen, um die DNA dieses Kleidungsstücks besser zu verstehen. Unwürdigste Arbeitsbedingungen, Chemikalien oder Synthetikfasern, die Menschen, Tiere und Natur vernichten, sind kein Fake. Da helfen auch keine slicken Change Campaigns und Responsible-Action-Claims, die von den Big Names der Branche eilig zu einem Pseudo-Credibility-Cocktail zusammengeschüttelt werden, um den Absatz zu reanimieren. Fast Fashion hat die Welt verändert. Dass sich die Welt ihrer Käufer schneller verändert, hat man in den Vorstandsebenen der großen Konzerne erstaunlich langsam verstanden. 

An internationalen Mode-Institutionen wie der Parson’s University oder dem London College of Fashion lernen Absolventen, dass sie es sind, die bis zu 90% der Umwelteinflüsse eines Produkts bereits im Designprozess festlegen. Noch vor wenigen Jahren wurden Labels, die klare ethische Grundsätze vertreten, Herstellungsprozesse transparent machen und erklären, weshalb ihre Kollektionen niemals mit den Preisen der Billig-Riesen mithalten können, von der Fast Fashion-Industrie belächelt. Nun daten sie sich weltweit auf Fashion Weeks und Trade Fairs mit eben jenen Designern und Unternehmensgründern. Meist bleibt es bei einer tinderesken schnellen Nummer, vielleicht entwickeln sich daraus ernsthaftere Beziehungen. Ob und wem das tatsächlich was bringt, kann man künftig an Preisen, Kollektionen und Entwicklungen auf der ganzen Welt ablesen. Schon jetzt gibt es Nachrichten, die zeigen, dass sich etwas verändert. Möglicherweise noch rechtzeitig zur globalen Afterhour.  

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Unternehmen in den Hot Spots der Modeproduktion sorgen selbst dafür, dass sich die Lebensbedingungen in ihrer Umgebung verbessern können. Etwa in Bangladesch oder Vietnam rüsteten einheimische Unternehmen ihre Fabriken mit Auffangbecken, Recycling-Kreisläufen und Filteranlagen um, damit  Umweltschäden möglichst gering bleiben.


Der Abfall-Mix aus Bleichmitteln, Textilfasern und Sand wird gesammelt und zu Baumaterial gepresst. Für eine Jeans, in der Herstellung eines der schädlichsten Modeprodukte überhaupt, wird in den Betrieben der neuen Generation weniger als ein Liter Wasser verschwendet, während es woanders die 80-fache Menge ist. Die schon vor Jahrzehnten konzipierten nachhaltigen Ideen von Design-Ikonen wie Yohji Yamamto werden von jüngeren Modemachern konsequent verfeinert. Eines von vielen Beispielen liefert etwa Ria Dunn, die die Kollektionen ihres 2007 gegründeten Labels Lost & Found innerhalb eines relativ kleinen Gebiets der Toskana herstellen lässt und so die Tradition des Textilhandwerks in
der Region mit kurzen Wegen, einheimischem Können und eigenständigem Stil wieder aufleben lässt.

Diese Mode trage ich gerne. Sie ist nicht nur spürbar anders, sie gibt auch Haltung. Und sie hat ihren Preis. Es ist für mich kein Widerspruch, qualitativ hohe und kostspieligere Mode zu kaufen und sie etwa mit Secondhand-Pieces zu kombinieren. Beides kann Wertschätzung sein. Für die Ideen, die hinter diesen Kleidungsstücken stehen. Und für die Menschen, die sie herstellen. Weder aktuelle Mode noch Secondhand muss schnelle Wegwerfware sein. Sondern kann zum sehr persönlichen Stil kombiniert werden. Dass das ausgezeichnet funktioniert, bewies beispielsweise Julia Roberts, als sie 2001 ihren Oscar Award in einem Valentino-Kleid aus der Kollektion von 1992 entgegennahm.

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Zum Glück verbieten etwa immer mehr afrikanische Staaten die massenhafte Einfuhr von abgelegter Kleidung aus Industriestaaten, die als Secondhand-Ware dort verkauft wird. Diese Mode ist keine wohltätige Gabe. Sie vernichtet die lokale Textilproduktion. Afrika braucht unsere Fast-Fashion-Reste nicht. Die Menschen dort können sehr gut eigene Mode machen. Was wir täglich tragen, haben wir selbst in der Hand. Unsere Art des Kaufens prägt die Mode. Vintage ist einer der Wege, den Fashion-Rhythmus zu verändern, mit einer eigenen Note die Gesamtkomposition zu verändern. Das Wort Vintage stammt ursprünglich aus dem Weinanbau, bezeichnet den Jahrgang, in dem die Trauben für das Getränk erzeugt wurden. Vintage-Mode ist eine Reise durch verschiedenste Fashion-Jahrgänge. Wie beim Wein gab und gibt es miese und hervorragende. Je weniger Erzeugnisse davon übrig bleiben, desto mehr werden sie zum besonderen Erlebnis. Manchmal sorgt der Seltenheitswert für Aufsehen, manchmal die Qualität, manchmal auch beides. Jahrgangs-Weine und Vintage-Mode sind Möglichkeiten für jeden Geschmack. Für sich selbst, zum erschenken oder Tauschen.


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Während die Musik mit 128 bpm im Hintergrund läuft finden viele Vintage-Teile auf den Kleiderständern ihre Käufer, setzen ihren Weg als Erinnerungsstücke unterschiedlicher Mode-Jahrgänge fort. 100 Tonnen davon hat VinoKilo seit März 2016 auf diese Reise geschickt. Das sind etwa 300.000 Mäntel, Jacken, Kleider, Hosen, Shirts oder Accessoires mit eigener Geschichte. Ein Minimal-Klang gegenüber dem Massen-Beat der rund 100 Milliarden Textilien, die jedes Jahr neu auf den Weltmarkt kommen. Doch 100 Tonnen Vintage sind 300.000 Statements. Jedes davon ein Teil des vielfältigen alternativen Mode-Soundtracks, der rund um den Globus immer mehr Fast Fashionistas in den Club der Visionistas wechseln lässt.


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